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Das soziale Foodbarometer
"Der einzelne Konsument lässt sich heute nur noch schwerlich katalogisieren. Denn er macht seine Ess-Entscheidungen immer häufiger zum individuellen Statement. ..."Im Verlauf der letzten fünzehn Jahre haben sich die Essrituale der Familien grundlegend geändert, der soziale Kitt bröckelt stark ab", beobachtet Dr. Kerstin Ullrich, Geschäftsführerin des Markt- und Trendforschungsunternehmens GIM Argo. Jeder futtert zu anderen Zeiten, frisch Gekochtes ist die Ausnahme auf dem Teller. Was wiederum die Angewohnheiten des Nachwuchses prägt, der diese Erfahrungen in sein Erwachsenenleben mitnimmt. Conveniente Produkt, die fertig oder fast fertig zum Verzehr sind und sich minutenschnell zubereiten lassen, ersetzen das aufwändigere, selbst kreierte Mahl."
Es gilt jedoch auch: "Das Essverhalten wird regelmäßiger und gesundheitsorientierte, je besser gebildet die Eltern sind", weiß Kerstin Ullrich. Für weniger privilegierte Schichten stehen dagegen mehr Fast Food, Fertiggerichte und Snacks auf dem Speisezettel."
Eine weitere Ursache, die den Trend zu mehr Convenience prägt, sind die wachsenden Mobilitätsansprüche in der modernen Dienstleistungsgesellschaft: "Durch die Zunahme von Mobilität und Flexibilität kommt es zu einer De-Ritualisierung des Ernährungsverhaltens in räumllicher, zeitlicher und sozial-kommunikativer Hinsicht", heißt es in der aktuellen Trendstudie der ZMP. "Will heißen: Wer einen solchen Job hat, isst nicht zuhause mit seinen Lieben, sondern "total fragmentiert über den Tag verteilt", schildert die Soziologin Kerstin Ullrich.
Sie "rät den Herstellern, stärker die sozialen und emotionalen "Kontexte" zu beachten, in denen sich Menschen befinden, statt sich stur an überkommenen Produktkategorien - nass, trocken, heiß, kalt - auszurichten. Also beispielsweise Foodangebote für ein gemütliches Mahl zu zweit, die opulente Tafel mit Familie und Freunden oder den schnellen Genuss zu entwickeln. Hier liegt noch viel Potentzial, meint die Trendexpertin, gerade mit Blick auf die extrem hohe Floprate bei Innovationen."
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